Tag 226: Montag, 26. Oktober 2020

Sonntagsspaziergang

Ich kann schlecht langsam durch eine Fußgängerzone schlendern. Den Schaufensterbummel habe ich noch nie gemocht. Wenn ich unterwegs bin, dann will ich ankommen. Das Ziel ist das Ziel. Der Weg nur ein Hindernis, nur eine Hürde, die es zu meistern gilt.

Auf dem Weg hoch, hoch hinauf auf den Trifels, da merke ich es wieder. Schnell und zügig muss es gehen. Hoch! Zack-zack! Aber ... warum eigentlich? Weder habe ich Durst noch Hunger noch Zeitnot. Warum denn so stressen, so hetzen? Es geht doch auch langsamer, entspannter und viel gemütlicher.

Heute am Montag, heute in dieser neuen Woche, möchte ich das auch probieren. Es muss nicht alles jetzt, sofort und ganz plötzlich sein. Wenn da nicht dieser ganze Stress wäre, die Fülle von Aufgaben, Verantwortung, blablabla … Andere bekommen es auch hin. Bestimmt kennen Sie auch Menschen in Ihrem Umfeld, die es einfach geschafft haben. Tiefenentspannte Mitmenschen, die als Kolleg*innen vielleicht nicht den besten Ruf haben (Ja eben!! Aber nur weil sie alles etwas langsamer angehen), die aber garantiert gesünder und stressarmer durch Leben kommen. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich resigniere nicht, ich gebe nicht auf. Nur wenn es um das Hamsterrad geht, da bin ich der einzige der es für mich bremsen kann.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Böchingen